Malaysia


Malaysia
Malaysien (österr.)

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Ma|lay|sia; -s:
Bundesstaat in Südostasien.

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Malaysia,
 
 
 
Fläche: 329 758 km2
 
Einwohner: (2000) 21,8 Mio.
 
Hauptstadt: Kuala Lumpur
 
Amtssprache: Bahasa Malaysia
 
 
Währung: 1 Malays. Ringgit (RM) = 100 Sen (c)
 
Zeitzone: Kuala Lumpur 1830 = 1200 MEZ
 
amtliche Namen: Bahasa Malaysia Persekutụan Tạnah Malaysia, englisch Federation of Malaysia [fedə'reɪʃn əv mə'leɪzɪə], Staat in Südostasien, zwischen 0º 51' und 7º 51' nördliche Breite sowie 99º 38' und 119º 15' östliche Länge; Westmalaysia umfasst den Süden der Malaiischen Halbinsel einschließlich vorgelagerter Inseln (größte: Pinang, Langkawi) und grenzt im Norden an Thailand, im Süden an Singapur; Ostmalaysia, bestehend aus Sarawak und Sabah, nimmt den Norden der Insel Borneo ein; es grenzt hier an Indonesien und Brunei. Fläche: 329 758 km2, (2000) 21,8 Mio. Einwohner; Hauptstadt ist Kuala Lumpur; Amtssprache: Bahasa Malaysia, in Sarawak auch Englisch; Währung: 1 Malays. Ringgit (RM) = 100 Sen (c); Uhrzeit: in Westmalaysia 1830 = 1200 MEZ, in Ostmalaysia 1900 = 1200 MEZ.
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung (in Kraft seit 31. 8. 1957, seither mehrfach geändert) ist Malaysia eine föderative Wahlmonarchie im Commonwealth. Malaysia besteht aus 13 Bundesstaaten (darunter neun Sultanate), an deren Spitze erbliche Fürsten beziehungsweise Gouverneure stehen und die jeweils über eine eigene Verfassung sowie Legislativ- und Exekutivorgane verfügen, und aus zwei Bundesterritorien.
 
Staatsoberhaupt Malaysias und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der König, der jeweils auf fünf Jahre aus dem Kreis der neun erblichen Herrscher (Sultane) gewählt wird. In Ausübung seines Amtes steht der Monarch unter der Prärogative von Parlament und Regierung; er ernennt den Premierminister und die übrigen Mitglieder des Kabinetts, die dem Parlament verantwortlich sind. Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament, bestehend aus Senat und Repräsentantenhaus. Dem Senat (Dewan Negara) gehören 41 vom Staatsoberhaupt ernannte und 26 von den Parlamenten der Gliedstaaten gewählte Mitglied an (Amtszeit: drei Jahre). Das Repräsentantenhaus (Dewan Rakyat) hat 193 Sitze, die in allgemeinen Wahlen für fünf Jahre im Proporz der Landesteile besetzt werden. Alle Bundesgesetze bedürfen der Zustimmung beider Kammern, wobei eine Ablehnung des Senats nur aufschiebende Wirkung hat.
 
Parteien:
 
Der einflussreichsten politischen Kraft auf Bundesebene, der Barisan Nasional (BN; deutsch Nationale Front), gehören (1999) 14 Parteien an. Die bedeutendsten unter ihnen sind die United Malays National Organization (UMNO; deutsch Vereinigte Nationalorganisation der Malaien; gegründet 1946, 1987 aufgrund organisatorischer, gegen die Verfassung verstoßender Mängel aufgelöst, 1988 wieder gegründet), der Malaysian Indian Congress (MIC; deutsch Malaiisch-indischer Kongress; gegründet 1946) und die Malaysian Chinese Association (MCA; deutsch Malaiisch-chinesische Vereinigung; gegründet 1949). Zu den wichtigsten Oppositionsparteien zählen die Democratic Action Party (DAP; deutsch Demokratische Aktionspartei, gegründet 1966), die Parti Islam Sa-Malaysia (PAS; deutsch Gesamtmalaysische Islam-Partei, gegründet 1951), die Parti Bersatu Sabah (PBS) und die Parti Keadilan Nasional (PKN; deutsch Nationale Gerechtigkeitspartei, gegründet 1999). Als Protestallianzen (»Reformasi«-Bewegung) entstanden 1998 Gagasan Demokratik Rakyat (Coalition for People's Democracy) und Majlis Gerakan Keadilan Rakyat Malaysia (Malaysian People's Council for Justice) unter Beteiligung u. a. der DAP, PAS, weiterer Oppositionsparteien und Menschenrechtsgruppen.
 
 
Wichtigste Dachverbände sind der Congress of Unions of Employers in the Public Administrative and Civil Services (SUEPACS) mit über 50 Einzelgewerkschaften, die Malaysian Labour Organization (MLO) mit 15 Einzelgewerkschaften und der Malaysian Trades Union Congress (MTUC) mit 180 Einzelgewerkschaften.
 
 
Das Wappen (1963) zeigt einen stark gegliederten Schild. Im Schildhaupt symbolisieren fünf Malaiendolche (»Krise«) die früheren »nicht föderierten« Sultanate. Unter dem Schildhaupt sind vier einfarbige, gleich große Felder angeordnet, die zusammen die ursprünglichen »föderierten« Malaienstaaten repräsentieren. Die beiden Seitenfelder vertreten Malakka (heraldisch links mit Malakkabaum) und Pinang, die Außenfelder im Schildfuß Sabah und Sarawak. Das Mittelfeld des Schildfußes zeigt eine Hibiskusblüte. Das Oberwappen wird von einem vierzehnstrahligen Stern (Symbol für die 13 Gliedstaaten und die Bundesregierung) und einem steigenden Halbmond gebildet, als Schildhalter dienen zwei Tiger. Der Wahlspruch auf dem Schriftband lautet »Bersekutu Bertambah Mutu« (»Einigkeit gibt Stärke«).
 
Nationalfeiertage:
 
Nationalfeiertag ist der 31. 8., der an die Erlangung der Unabhängigkeit 1957 erinnert.
 
 
Malaysia ist in 13 Bundesstaaten sowie die Bundesterritorien Kuala Lumpur und Labuan gegliedert.
 
 
Strafrecht sowie wesentliche Elemente des Schuld- und Handelsrechts beruhen auf britisches Recht, das Familien- und Erbrecht richtet sich nach der jeweiligen religiösen beziehungsweise ethnische Zugehörigkeit. An der Spitze des Gerichtswesens steht der Oberste Gerichtshof, der zugleich Verfassungsgericht ist. Im Weiteren gibt es je ein Hochgericht für West- und Ostmalaysia, denen Amtsgerichte untergeordnet sind.
 
 
Die Gesamtstärke der Freiwilligenarmee beträgt rd. 121 000 Mann. An paramilitärischen Kräften stehen v. a. etwa 18 000 Mann Feldpolizei und 350 000 Angehörige des Freiwilligen-Volkskorps zur Verfügung. Das Heer verfügt über rd. 97 000, die Luftwaffe und die Marine jeweils über etwa 12 000 Mann.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
West- und Ostmalaysia werden durch einen rd. 600 km breiten Teil des Südchinesischen Meeres voneinander getrennt. Die Malaiische Halbinsel wird von im Norden breit entfalteten Gebirgsketten durchzogen (Hauptkamm bis 2 190 m über dem Meeresspiegel), die über parallel verlaufende Berg- und Hügelzonen in sumpfige Küstenebenen übergehen. Weithin versumpfte Schwemmlandebenen begleiten auch die Küsten von Sarawak und Sabah auf Nord-Borneo. Landeinwärts steigt die Oberfläche an, in Sarawak überwiegend zu Rumpfflächen mit einzelnen aufgesetzten Bergzügen, in Sabah zu einem stark gegliederten Gebirgsland (Gipfelflur bei etwa 2 000 m über dem Meeresspiegel), das im Kinabalu mit 4 101 m über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung Südostasiens besitzt.
 
 
Malaysia hat innertropisches, ganzjährig von maritim-feuchtwarmen Luftmassen bestimmtes Klima. Den typischen Niederschlagsgang der Äquatorialzone überlagert der winterliche Nordostmonsun, der von November bis April v. a. dem Nordosten der Malaiischen Halbinsel hohe Niederschläge bringt. Die Tiefländer West- und Ostmalaysias erhalten mittlere jährliche Niederschlagsmengen von 2 000 bis 4 000 beziehungsweise 3 000 bis 4 600 mm, die Gebirge zum Teil bis über 6 000 mm. Das Monatsmittel der Temperatur liegt in den Tiefländern bei 26,5 ºC; in den übrigen Gebieten ergeben sich nur Abweichungen von ± 1,5 ºC. Die täglichen und jährlichen Temperaturschwankungen sind gering; sie betragen zwischen kühlstem und wärmstem Monat etwa 2 ºC. Es herrscht eine hohe relative Luftfeuchte; sie liegt bei 98 % in den Morgenstunden und über 65 % am Nachmittag.
 
 
Noch 60 % der Gesamtfläche Malaysias werden von immergrünem tropischen Regenwald mit seiner charakteristischen Höhenstufung eingenommen. Fast die Hälfte dieses Waldbestandes befindet sich in Sarawak. Die Tiefland- und Submontanwälder haben wertvolle Nutz- und Edelholzbestände, die aber vielfach schon überbeansprucht sind. In den Randebenen herrschen Küsten- und Sumpfwälder, zum Teil mit Mangroven, vor. Problematisch ist, v. a. in Sarawak, der Brandrodungsfeldbau der Inlandvölker. Degradierte Böden werden von Wasserdost-Schwarzmund-Trockenbusch, Alang-Alang-Gras u. a. Unkräutern überwuchert. Zur Erhaltung des floristischen und faunistischen Bestands sind Nationalreservate eingerichtet worden, u. a. am Tahan und am Kinabalu.
 
 
Malaysia weist eine starke ethnische Vielfalt auf. Im Gegensatz zu den altindonesischen Dayak u. a. »Altvölkern«, die meist im Landesinnern der Malaiischen Halbinsel und Borneos leben, sind die zu den Jungindonesiern (Indonesier) zählenden Malaien großenteils erst in den letzten Jahrhunderten aus Indonesien eingewandert und haben sich in den Küstenebenen angesiedelt, wo sie traditionell von Reisanbau und Fischfang leben. Seit der Unabhängigkeit erheben sie als »Bumiputera« (Söhne der Erde) den politischen Führungsanspruch. Durch die Regierung systematisch gefördert und im öffentlichen Dienst bevorzugt eingestellt, haben sie sich auch stärker in den Städten niedergelassen. Hier dominieren jedoch noch die Chinesen (»Babas« oder »Peranakan«). Diese leben zwar schon seit einigen Jahrhunderten hier (v. a. in den Häfen), die überwiegende Mehrzahl wurde aber erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Arbeiter für den Zinnerzbergbau (unter chinesischer Regie) in dem damals noch weithin unerschlossenen Innern der Malaiischen Halbinsel angeworben. Sie haben hier auch kleine landwirtschaftliche Betriebe gegründet; durch Zwangsumsiedlung während des Bürgerkrieges (1948-57) wurden sie in »New Villages« konzentriert. Durch die Malaiisierungspolitik der Regierung sind zwischen den Malaien und den im Wirtschaftsleben vorherrschenden Chinesen erhebliche Spannungen entstanden. Inder und Pakistaner, v. a. Tamilen, wurden seit etwa 1880 als Arbeiter für die Kautschukplantagen geholt, sind heute jedoch wie auch die Chinesen im tertiären Sektor tätig. Ein Problem stellen vietnamesische Flüchtlinge (auf der Malaiischen Halbinsel) und muslimische Filipinos (in Sabah) dar. - Je nach den Volksgruppen und den Funktionen haben sich sehr unterschiedliche Siedlungsstrukturen herausgebildet, so v. a. die »Chinatowns« im Kern der Städte. Das ländliche Siedlungsbild ist traditionell vom malaiischen Kampung geprägt.
 
Die Bevölkerung wuchs, bei sinkender Geburten- und Sterberate (1993: 2,9 beziehungsweise 0,5 %) im Zeitraum 1985-93 jährlich um 2,4 %. Der Anteil der städtischen Bevölkerung stieg von (1960) 25 % über (1980) 24 % auf (1994) 53 % (in Sabah und Sarawak unter 5 %).
 
 
Die dominierende Religion ist der Islam, zu dem sich rd. 55 % der Bevölkerung bekennen. In der Verfassung wird der Islam zur »offiziellen Religion im Staat« (nicht jedoch zur Staatsreligion) erklärt, die Religionsfreiheit wird jedoch ausdrücklich garantiert. Die religiösen Verhältnisse spiegeln im starken Maße die ethnische Struktur Malaysias wider. Fast alle Malaien sind sunnitische Muslime, überwiegend der schafiitischen Rechtsschule; die hanefitische Rechtsschule ist unter den Muslimen indischer Abstammung vertreten. Die Chinesen als zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bekennen sich zu traditionellen chinesischen Religionen und Weltanschauungen (Taoismus, Konfuzianismus) und zum Buddhismus (rd. 17 % beziehungsweise 12 % der Bevölkerung). Die Inder (rd. 7 %) sind in der Mehrheit Hindus, eine Minderheit Sikhs. Traditionelle Stammesreligionen sind unter den Indonesiern verbreitet. Der christlichen Minderheit (rd. 6 %; v. a. in Sarawak und in Sabah) gehören Mitglieder aller Bevölkerungsgruppen an. Unter ihnen bilden die Protestanten (Methodisten, Baptisten, Presbyterianer, Adventisten, Brüdergemeine, Lutheraner u. a.) und die Anglikaner die knappe Mehrheit. Die drei anglikanischen Bistümer sind kirchlich dem Erzbischof von Canterbury unterstellt. Für die katholischen Christen bestehen zwei Erzbistümer (Kuala Lumpur, Kuching) mit fünf Suffraganbistümern.
 
 
Es besteht Schulpflicht vom 6. bis 14. Lebensjahr bei unentgeltlichem Unterricht (bis zum 18. Lebensjahr in staatlichen Schulen überhaupt). Das Schulwesen ist v. a. in Westmalaysia gut ausgebaut. Unterrichtssprachen der Primarstufe (sieben Jahre) sind Bahasa Malaysia und als Zweitsprache Englisch, in den privaten Sekundarschulen darüber hinaus Chinesisch und Tamil, ebenso in den staatlichen Sekundarschulen, jedoch mit Chinesisch als Wahlfach. Nach der dreijährigen Sekundarstufe I kann die allgemein bildende Schule weiter besucht werden oder der Eintritt in technische u. a. berufliche Schulen erfolgen. Die Analphabetenquote beträgt 14,3 %. Universität (insgesamt sieben) gibt es u. a. in Kuala Lumpur (gegründet 1962; TU, gegründet 1972) und Petaling Jaya (islamische Universität, gegründet 1983).
 
 
Die Herausgabe periodischer Druckschriften ist genehmigungspflichtig (Lizenzsystem). Tageszeitungen mit relativ hohen Auflagen (150 000-250 000) erscheinen hauptsächlich in Englisch (so u. a. »New Straits Times«, »The Sun«, »The Star«, »New Sunday Times«), in Chinesisch (u. a. »Nanyang Siang Pau«) und Bahasa Malaysia (u. a. »Utusan Malaysia«). Die meisten englischen und malaiischen Zeitungen und Zeitschriften erscheinen in Verlagsgruppen der Parteien. - Die staatliche Nachrichtenagentur »Wisma Bernama - Malaysia National News Agency« (Bernama; gegründet 1967), Sitz Kuala Lumpur, verbreitet ihre Wortdienste in Englisch und Bahasa Malaysia. - Rundfunk: Mit dem Rundfunkgesetz von 1987 wurde die Verwaltung aller Hörfunk- und Fernsehdienste dem Informationsministerium unterstellt. Die zentrale Rundfunkbehörde »Radio Television Malaysia« (RTM; gegründet 1946), Sitz Kuala Lumpur, sendet Rundfunkprogramme in Bahasa Malaysia, Englisch, Chinesisch und Tamil, ferner einen Auslandsdienst (»Suara Malaysia - Voice of Malaysia«, gegründet 1963) in acht Sprachen der benachbarten Länder und Fernsehprogramme (»TV Malaysia«, gegründet 1963). Die Fernsehgesellschaft »Sistem Televisyen Malaysia Berhad« (TVB; gegründet 1983) gehört der Partei UMNO und sendet seit 1984. - Die britische Kabelfunkgesellschaft »Rediffusion Malaysia« (gegründet 1949), Sitz Kuala Lumpur, verbreitet Hörfunkprogramme im Abonnement über Kabelnetze.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Das Schwellenland Malaysia ist eines der sich am schnellsten entwickelnden Länder Asiens. Die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) lag im Zeitraum 1980-94 bei durchschnittlich 6,4 %. Das Pro-Kopf-Einkommen stieg 1995 auf 3 890 US-$. Die Inflationsrate lag im Zeitraum 1985-95 bei jährlich 3,1 %. Verantwortlich hierfür sind wirtschaftspolitische Maßnahmen, die Anfang der 80er-Jahre ergriffen wurden: die Förderung ausländischer Investitionen, die Reform des Steuersystems, die Reduzierung der Handelszölle sowie die Privatisierung von Staatsunternehmen. Ein langfristiges Wirtschaftswachstum wird jedoch zum einen durch die aufstrebenden Nachbarländer China und Vietnam bedroht, zum anderen durch infrastrukturelle Engpässe und durch einen Mangel an ausgebildeten Facharbeitern behindert. Folglich bilden die zwei Hauptziele der aktuellen Wirtschaftspolitik der verstärkte Ausbau der Infrastruktur und die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten.
 
 
Im Agrarbereich arbeiteten 1994 20 % der Erwerbstätigen; sie erwirtschafteten 14 % des BIP. Der weitaus größte Teil des Ackerlandes ist Exportkulturen vorbehalten, besonders Kautschukbäumen und Ölpalmen, ferner Kokospalmen, Ananas, Gewürzen und Kakao. Malaysia ist mit einer Erntemenge von (1994) 7,35 Mio. t weltweit der größte Palmölproduzent (50 % der Weltproduktion), zudem drittgrößter Kautschuk- (1,07 Mio. t) und fünftgrößter Kakaoproduzent (0,23 Mio. t). Der Pfefferanbau ist zu 95 % auf Sarawak konzentriert. Die Reisernte (1992: 2,07 Mio. t) deckt den Inlandbedarf zu 60-90 %.
 
 
Noch 60 % des Landes sind mit tropischem Regenwald bedeckt (1990: 19,6 Mio. ha), der aber seit den 70er-Jahren aus kommerziellen Gründen ständig dezimiert wird. Die Regierung hat deshalb 1980 ein Exportverbot für 16 tropische Holzarten und 1990 Exportabgaben für 20 tropische Holzarten verfügt, um die Reserven zu schonen und die eigene Holz verarbeitende Industrie zu fördern. Zur Erlangung einer ökonomisch und ökologisch optimalen Forstpolitik will Malaysia mithilfe der EU eine Erfassung und kartographische Aufzeichnung seiner Waldbestände (zunächst in Westmalaysia) vornehmen lassen. 1991 lag der gesamte Holzeinschlag bei 49,3 Mio. m3 (davon 20 % Brennholz).
 
 
Malaysia ist mit einer Fangmenge von (1991) 620 000 t (davon 70 % Seefische, 15 % Krustentiere) eine wichtige Fischfangnation.
 
 
Die wichtigsten Bodenschätze sind Erdöl, Erdgas und Zinn. Die erst 1970 begonnene Erdölförderung konzentriert sich auf die Schelfgebiete von Sabah und Sarawak. Die Erdölfördermenge lag 1995 bei 32,5 Mio. t, bei Erdgas bei 25 Mrd. m3. Da die Zinnabbaugebiete nahezu erschöpft sind, liegt Malaysia mit einer Fördermenge von (1994) 6 000 t weltweit nur noch an achter Stelle. Weitere Bergbauprodukte sind Bauxit, Kupfer und Eisenerz.
 
 
Die Industrie (einschließlich Bergbau) trug 1994 mit 43 % zur Entstehung des BIP bei; sie beschäftigte 32 % der Erwerbstätigen. Das verarbeitende Gewerbe hat sich erst in den 60er-Jahren über die Aufbereitung von landwirtschaftlichen und bergbaulichen Ausfuhrprodukten weiterentwickelt. Regionale Schwerpunkte in Westmalaysia sind Kuala Lumpur und Pinang mit Erdölraffinerien, Betrieben der Kraftfahrzeug-, chemischer, Elektro-, Metallwaren-, Textil-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Die Errichtung exportorientierter Industriebetriebe ausländischer Unternehmen, wie z. B. der mit japanischer Hilfe aufgebauten Kraftfahrzeugmontage, wird besonders gefördert. In den zu diesem Zweck gebildeten freien Produktionszonen (bedeutendste auf Pinang) haben sich zahlreiche ausländische Firmen angesiedelt.
 
 
Malaysia bietet durch seine ethnisch-kulturelle und landschaftliche Vielfalt (tropischer Regenwald, Naturparks, Badestrände) sehr unterschiedliche Reiseziele. 1994 kamen 7,2 Mio. Auslandsgäste nach Malaysia; die Einnahmen aus dem Tourismussektor beliefen sich auf 3,6 Mrd. US-$.
 
 
Malaysia hatte in den letzten Jahren zumeist eine ausgeglichene Handelsbilanz. Die Exportstruktur wurde zunehmend erweitert, das Exportvolumen nahm im Zeitraum 1980-94 jährlich um mehr als 10 % zu. Der Anteil von Gütern des verarbeitenden Gewerbes einschließlich Investitionsgütern stieg 1995 auf über 70 %; Erdöl, mineralische Rohstoffe und pflanzliche Öle lagen bei jeweils 7 %. Wichtigste Handelspartner sind Singapur, die USA und Japan.
 
Verkehr:
 
Die verkehrsmäßige Erschließung ist in Westmalaysia, v. a. an der Küste, wesentlich besser als in Ostmalaysia. Das Schienennetz ist in Westmalaysia 2 080 km, in Ostmalaysia 140 km lang. Zwei Eisenbahnlinien durchqueren Westmalaysia von Norden nach S. Das Straßennetz (1992: 57 500 km) konzentriert sich auf die Westküste der Malaiischen Halbinsel. Die Küstenschifffahrt spielt eine wichtige Rolle. Die Schiffstonnage der malaysischen Handelsflotte ist im Zeitraum 1987-95 von 1,7 auf 2,5 Mio. BRT gestiegen. Wichtigste Seehäfen sind Kelang, George Town, Johor Baharu und Kuantan in Westmalaysia sowie Kota Kinabalu, Tawau, Sandakan und Bintulu in Ostmalaysia. Ein Großteil der Außenhandelsgüter nimmt den Weg über Singapur. V. a. in Sarawak sind die größeren Flüsse für den Personen- und Warenverkehr noch von Bedeutung. Internationale Flughäfen sind in Kuala Lumpur (Subang), George Town, Kota Kinabalu, Johor Baharu und Kuching. Luftverkehrsgesellschaft sind die Malaysia Airlines.
 
 
Auf der Grundlage einer gemeinsamen Verfassung schlossen sich am 16. 9. 1963 der Malaiische Bund (Malaiische Halbinsel, Geschichte), Singapur, Sarawak und Sabah zur »Föderation Malaysia« zusammen. Die Gründung Malaysias stieß auf den Widerstand der Philippinen und v. a. Indonesiens, die beide im östlichen Bereich der Föderation (Sarawak und Sabah) territoriale Ansprüche erhoben. Darüber hinaus sah der indonesische Staatspräsident A. Sukarno in der Föderation eine Konstruktion des Kolonialismus. Im Zuge einer »Konfrontation« gegen Malaysia kam es 1964/65 zu Kämpfen mit indonesischen Truppen v. a. an der Grenze zu Sarawak. Nach dem Sturz Sukarnos beendete die neue Führung Indonesiens die Konfrontationspolitik (offizielle Beilegung des Konfliktes mit dem Vertrag vom 11. 8. 1966).
 
Politische Rivalitäten, ethnischen Spannungen (1964/65 schwere Zusammenstöße zwischen Malaien und Chinesen in Singapur) und ökonomische Interessengegensätze v. a. zwischen Malaya (Protektion der einheimischen Industrie) und Singapur (offener Welthandel) führten am 9. 8. 1965 zum Austritt Singapurs aus der Föderation. 1967 beteiligte sich Malaysia an der Gründung der ASEAN. Der Abschluss eines Verteidigungsbündnisses zwischen Malaysia, Singapur, Großbritannien, Australien und Neuseeland (ANZUK-Pakt 1971) sollte die Präsenz Großbritanniens in dieser Region ersetzen.
 
Die »Allianz«, das Parteienbündnis aus UMNO, MCA und MIC, wurde unter Ausdehnung ihres Einflusses auf die östlichen Teile Malaysias die stärkste politische Kraft (seit 1973 unter dem Namen »Barisan Nasional«; Erweiterung durch andere, in ihrem Bestand aber wechselnde Parteien). Die UMNO stellte seit 1963 alle Premierminister: Abd ar-Rahman Putra (1963-70), T. Abd ar-Razak (1970-76), Datuk Husain bin Onn (1976-81) und Datuk Seri Mahathir bin Mohammed (seit 1981).
 
Sozial und ethnisch bedingte Spannungen führten 1969 zu schweren Unruhen und zur Verhängung des Ausnahmezustandes (bis 1971). Die Regierungen Malaysias bemühten sich in den 70er- und 80er-Jahren, die ethnischen Spannungen abzubauen, das Wirtschaftswachstum zu fördern und dabei das Sozialprodukt zugunsten der malaiischen Bevölkerungsmehrheit umzuverteilen. Neben den ethnischen Konflikten, die durch die Ankunft zahlreicher vietnamesischer Boatpeople noch verschärft wurden, bedrohten Guerillaaktionen kommunistischer Untergrundbewegungen und Aktivitäten radikalislamistischer Gruppen die innere Stabilität des Landes. Unter Premierminister Mahathir entwickelte sich Malaysia zu einem der führenden Schwellenländer Asiens; nach dem von ihm 1991 vorgestellten Programm »National Development Policy 1991-2020« soll Malaysia bis zum Jahr 2020 den Status eines Industrielandes erlangen. Mahathir erreichte 1993 im Parlament Verfassungsänderungen, durch die die Sultane einen Teil ihrer traditionellen Privilegien verloren. Am 4. 2. 1994 wurde der Sultan von Negri Sembilan, Tuanku Jaafar Abdul Rahman (* 1922), zum neuen König der Föderation gewählt (am 22. 9. 1994 als zehnter König inthronisiert).
 
1997/98 wurde auch Malaysia von der schweren asiatischen Währungs- und Wirtschaftskrise erfasst. V. a. in der Auseinandersetzung um den weiteren Wirtschaftskurs kam es zu einem innenpolitischen Machtkampf zwischen dem antiwestlich eingestellten und in wachsendem Maße undemokratisch regierenden Mahathir und dem Finanzminister sowie Vizepremier Dato Seri Anwar Ibrahim, der im September 1998 aus seinen Ämtern entlassen, dann verhaftet und nach einem Prozess im April 1999 unter dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, was auf starke in- und ausländische Proteste stieß und zur Gründung einer Nationalen Gerechtigkeitspartei (PKN) durch Anwars Frau Wan Azizah Wan Ismail führte. Ende der 1990er-Jahre erstarkten die islamistischen Kräfte unter Führung der Parti Islam Sa-Malaysia, die nach ihrem Erfolg bei den Gouverneurswahlen 1999 bereits im zweiten malaysischen Gliedstaat die Regierung übernehmen konnte (neben Kelantan nun auch in Terengganu). Am 26. 4. 1999 wurde der Sultan von Selangor, Salahuddin Abdul Aziz Shah Alhaj (* 1926, ✝ 2001), König von Malaysia. Im Juni 1999 bezog der Regierungschef Mahathir die südlich von Kuala Lumpur errichtete Verwaltungshauptstadt Putrajaya. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 29. 11. 1999 sicherte sich die von Mahathir geführte UMNO trotz Stimmverlusten erneut eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Das v. a. von DAP, PAS und PKN getragene Oppositionsbündnis Barisan Alternatif (deutsch Alternative Front) gewann 42 Abgeordnetensitze, von denen allein die muslimischen PAS 27 Mandate (nahezu viermal so viel wie 1995) erlangte. Die Regierung Mahatir verschärfte in der Folgezeit ihre repressive Politik gegenüber der Opposition (u. a. im Januar 2000 und erneut im April 2001 Verhaftung von führenden Regimekritikern, im August 2000 Verurteilung Anwars in einem umstrittenen zweiten Prozess zu weiteren neun Jahren Haft, wiederholte gewaltsame Auflösung von Protestdemonstrationen, Erscheinungseinstellung oppositioneller Zeitungen).
 
Im April 2000 wurde die ostmalaysische Insel Sipadan (Sabah) Schauplatz einer Entführung ausländischer Touristen durch Mitglieder der philippinischen islamistischen Rebellenorganisation Abu Sayyaf, die ihre Geiseln (darunter drei Deutsche) auf die südphilippinesische Insel Jolo verschleppten (Philippinen).
 
Die größten Auswirkungen der Wirtschaftskrise konnten in Malaysia 1999/2000 überwunden werden, wobei sich die Regierung einer dirigistischen Politik (u. a. Einführung einer Kontrolle des Kapitalmarktes und des Devisenhandels) bediente. Auch Anwars Nachfolger als Finanzminister und stellvertretender Regierungschef Daim Zainuddin geriet besonders wegen der Wirtschaftspolitik in Konflikt mit Premier Mahathir und trat Anfang Juni 2001 von seinen Ämtern zurück. Nach dem Tod von König Salahuddin (21. 11. 2001) trat im darauf folgenden Monat Tuanku Syed Sirajuddin, der Raja von Perlis, seine Nachfolge an.
 
 
N. J. Ryan: The making of M. and Singapore. A history from earliest times to 1966 (Kuala Lumpur 41975);
 D. Kühne: Urbanisation in M. (1976);
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 J.-B. Ooi: Peninsular M. (Neuausg. London 1976);
 D. Kühne: M. Tropenland im Widerspiel von Mensch u. Natur (1980);
 R. D. Hill: Agriculture in the Malaysian region (Budapest 1982);
 V. Kasch: Agrarpolitik in M. (1984);
 R. Keller: Agrarpolitik im unabhängigen Malaya, 1957-1982 (1984);
 I. Brown u. R. Ampalavanar: M. Bibliogr. (Oxford 1986);
 A. Rolf: M. u. Singapur mit Brunei (1988);
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 K. S. Jomo: Growth and structural change in the Malaysian economy (New York 1990);
 C. M. Turnball: A history of M., Singapore and Brunei (Sydney 1990);
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Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Südostasien: Die Folgen des Zweiten Weltkriegs
 

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Ma|lay|sia; -s: Bundesstaat in Südostasien.

Universal-Lexikon. 2012.

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